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NEUE IDEEN UND KNOW-HOW FÜR IHRE INVESTMENTANSÄTZE
04. Juni 2020

Beurteilung des Brexit in einer Welt nach COVID-19

Die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen als Reaktion auf die Ausbreitung von COVID-19 haben die britische Wirtschaft hart getroffen. Im zweiten Quartal könnte das BIP um rund ein Viertel schrumpfen. Die fortgesetzten Maßnahmen zur räumlichen Distanzierung bedeuten zudem, dass es in der zweiten Jahreshälfte nicht sofort zu einer Erholung kommen wird. Ebenso wie in anderen Ländern hängt auch bei uns die Art des Wiederaufschwungs davon ab, wie die Virusausbreitung ab jetzt verlaufen wird. Wenn wir die Krankheit nach der Lockerung der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen unter Kontrolle bringen können – sofern die Reproduktionsrate (R) unter 1 bleibt –, dann ist nach wie vor eine V-förmige Erholung möglich. Falls es jedoch zu einer zweiten Infektionswelle und erneut zum Lockdown kommt, ist eine U- oder W-förmige Erholung wahrscheinlicher. Auch im Falle erneuter Turbulenzen an den Finanzmärkten könnte es zu einer U- bzw. W-förmigen Entwicklung kommen. Unter Umständen kommen wir aber auch niemals wieder auf den Vorkrisen-Trendpfad zurück, falls Ausgangssperren oder räumliche Distanzierung auf breiter Front zu Insolvenzen, Kapitalvernichtung und Nachfrageeinbrüchen führen. Das würde eine L-förmige „Erholung“ bedeuten. Ehrlich gesagt, wissen wir nicht, welches dieser Szenarien eintreten wird, allerdings liegt unserer Ansicht nach die Wahrscheinlichkeit eines „V“ bei 35%, eines „U“ oder „W“ bei 35% und eines „L“ bei 20%.

 

Vor diesem Hintergrund hat der Brexit verständlicherweise eine untergeordnete Rolle eingenommen. Tatsächlich relativiert das Ausmaß dieses Coronavirus-Schocks einige der schwarzseherischen Diskussionen in Bezug auf die volkswirtschaftlichen Kosten des Brexit. Manche gingen davon aus, dass der Brexit die britische Wirtschaft bis zu 9% ihres BIP (im Vergleich zu einem Wachstumstrend) über einen Zeitraum von 15 Jahren kosten könnte. Diese Prognosen waren meines Erachtens viel zu pessimistisch. Doch wie dem auch sei, das Virus wird in nur einem Quartal rund dreimal so hohe Kosten verursacht haben. Die wichtigste kurzfristige Entscheidung betrifft die Frage, ob entweder Großbritannien oder die EU eine Verlängerung des Übergangszeitraums über den 31. Dezember dieses Jahres hinaus anstreben sollte, womit Großbritannien im Endeffekt noch länger der EU-Rechtsprechung unterliegen würde. Die britische Regierung hält aufgrund des bei der letzten Parlamentswahl erhaltenen Mandats daran fest, dass sie dies nicht tun wird. Sie argumentiert, dass ein Abkommen bis zum Jahresende verhandelbar sein sollte, indem sie ein Handelsabkommen „von der Stange“ ähnlich demjenigen mit Kanada anstrebt. Andere sind der Ansicht, dies sei optimistisch, insbesondere da die EU beabsichtigt, an ihren einheitlichen Wettbewerbsbedingungen und den Forderungen des Fischereisektors festzuhalten.

 

In Anbetracht dessen, dass die staatlichen Ressourcen verständlicherweise vom Brexit und der „No-Deal“-Planung abgezogen wurden, während beide Seiten offenbar an ihren Verhandlungspositionen festhalten und eine Verlängerung unwahrscheinlich erscheint, sind die Chancen für einen No-Deal-Brexit am Jahresende gestiegen. Im Hinblick auf die volkswirtschaftlichen Kosten war ich stets optimistischer als viele andere Ökonomen, doch dürfte der Einfluss eines No-Deal-Brexit in jedem Fall im Vergleich zu dem, was wir gerade erleben, an Bedeutung verlieren.

 

Shamik Dhar, Chefökonom bei BNY Mellon Investment Management.

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